“Künstliche Intelligenzen könnten das Beste oder Schlimmste sein, was der Menschheit je widerfahren wird, unsere letzte große Erfindung” _ Stephen Hawkings

Prolog Dieses Szenario hier beschäftigt sich mit einer Welt, in der der Mensch sich und seine Umwelt schneller und wesentlich weiter entwickelt als es der Fall wäre, wenn wir uns mit der enormen Komplexität einer künstlich gesteuerten Intelligenz und Robotik aufhalten würden.

These Die Kombination aus menschlichem Gehirn und einer computergestützten, aber menschlichen Motorik wird zukünftig in weiten Bereichen des Berufslebens aber auch in der Freizeit eine entscheidende Rolle einnehmen. Der beste Roboter mit dem intelligentesten künstlichen Gehirn wird noch auf lange Zeit im Hintertreffen bleiben gegenüber dem Menschen als denkende und gleichzeitig ausführende Kraft, die mit Hilfe von exoneuronaler Steuerung keinem Roboter in Präzision und Perfektion mehr nachsteht. Diese bringt nicht nur eine Entspannung des heutigen Automatisierungstrends, der gemeinhin immer wieder skeptisch betrachtet wird, sondern bietet auch die Chance, der maschinellen Entfremdung entgegenzuwirken. Das Vertrauen in einen Menschen wird - nicht überall aber an vielen Stellen - immer höher sein als das in einen Maschine. Gleichzeitig entlastet die Technologie den ausführenden Menschen enorm und gibt Ressourcen frei, die er anderweitig nutzen kann. Lange Lernprozesse entfallen, geistige und physische Überlastungen werden stark reduziert und dennoch bietet dieses Leben weiterhin angenehme Herausforderungen, die in einer “vollautomatisierten” Welt fehlen würden.

Das menschliche Gehirn als Non-plus-ultra In mittelfristiger Zukunft wird kein Computer das menschliche Gehirn vollkommen ersetzen können. Zwar wissen wir, dass uns schon einfache Rechner in vieler Hinsicht klar überlegen sind (Speicherkapazität, Abrufbarkeit, Ermüdungslosigkeit, Schnelligkeit usw.), doch sind weite Bereiche, die unser Gehirn mit seinem Denken und den unbewussten Steuerungen ausmacht, nicht genug erforscht, geschweige denn für die Entwickler von künstlichen Intelligenzen nutz- und umsetzbar gemacht. Kurzum bildet das menschliche Gehirn in einigen wichtigen Bereichen noch immer das unerreichte Optimum der Evolution dem jede Technik noch lange hinterher hinken wird. Aber geht es wirklich nur darum, wann wir eine dem Menschen ebenbürtige Technologie entwickelt haben werden? Wäre es nicht beängstigend, wenn wir eine Maschine nicht mehr von unseresgleichen unterscheiden könnten?
Und wo setzen wir solche Techniken dann ein? Vielleicht zur Bombenentschärfung oder in anderen Umgebungen, die einem Menschen nicht zugemutet werden können? Dort wo es unmenschlich ist, also. Was würden Sie jedoch davon halten, wenn vor einer wichtigen chirurgischen Operation ein freundlicher Roboter zu Ihnen kommt und mit Ihnen darüber spricht, wie risikoarm dieser Eingriff wäre und welche Erfahrungen - sprich programmierte, theoretische Szenarien - er innehat. Reichen diese aus? Kann die KI im Notfall wirklich richtig entscheiden? Oder wäre Ihnen da nicht doch der alte Chefarzt mit den zittrigen Händen lieber? Wenn eine KI einen Menschen in all seinen komplexen, intelligenten Denkprozessen wirklich ersetzen kann, sind wir mit unserem Szenario schon sehr weit in der Zukunft angekommen. Vielleicht ist bis dahin auch sämtliche Skepsis gegenüber einer solchen “Maschine” verflogen und es gehört zum Alltag. Doch was ist, wenn wir nicht allzu weit in die Zukunft schauen wollen. In eine Zukunft, in der das künstliche Gehirn das menschliche noch nicht gänzlich ersetzt hat. Wäre es da nicht am einfachsten, die Vorzüge beider Seiten zu kombinieren? Menschliches Gehirn und robotische Prerfektion? Nein, ich möchte kein Horrorszenario rund um Organtransplantate und Cyborgs malen. Vielmehr denke ich an den erfahrenden Chefarzt, der Sie trotz seines Alters mit präzise geführtem Skalpell operiert und Sie sich dabei in besten Händen aufgehoben fühlen dürfen. Analog zum bekannten “Exoskelett” möchte ich diesen Denkansatz einmal “Exoneuronales Netz” nennen.



Neurales Netzwerk auf der Haut



Wie funktioniert das Exoneuronale Netz? Was ist ein exoneuronales Netz und wozu ist es im Stande? In unserem menschlichen Körper steuert grob gesagt das Gehirn alle physischen Vorgänge. Muskeln und Organe empfangen Befehle aber auch die Prozesse im Gehirn selbst werden natürlich direkt dort ausgelöst. Dieses komplexen, in jedem Menschen vorhandenen Systems bedient sich das Exoneurale Netz. Es ist praktsich zwischen Gehirn und Bewegungsapparat geschaltet und kann so Einfluss auf unsere Bewegungen nehmen, ohne jedoch den ursprünglichen, vom Gehirn kommenden Befehl zu verändern. Es findet vielmehr eine Fehlerkorrektur statt, die ausgleicht, was nicht dem eigentlichen Wunsch des Gehirns entspricht. Dies klingt im ersten Moment vielleicht etwas beklemmend, da sich hier ein System in unseren Organismus “einhackt”. Auf den zweiten Blick ist jedoch kaum etwas unheimlicher als etwa die Technik eines Bildstabilisators in einer Kamera. Der Unterschied ist, dass bei letzterer Gyrosensoren verbaut sind, die für einen Moment Bewegungen detektieren und mit einem gekoppelten System diesen entgegenwirken. Das Exoneuronale Netz funktioniert prinzipiell ähnlich, jedoch mit anderen Instrumenten. Es bedient sich auch hier der vorhandenen Ausstattung, die der Mensch mitbringt. In Falle des Beispiels mit der Kamera wäre das vor allem das Auge und natürlich der “Verstand”, also die kognitive Gehirnleistung selbst. Das Prinzip ist einfach und nachvollziehbar: Jeder Mensch erkennt mit einem Blick selbst, wenn seine Hand nicht still ist sondern - natürlicher Weise - wackelt. Wir sehen es, doch wir können nichts dagegen tun. Unsere Ansteuerung der Muskeln lässt keine präzisere Motorik zu und das Erkennen dieser Unzulänglichkeit hilft uns nicht, sie auszugleichen, schon allein, weil die Reaktionszeit dafür zu langsam ist. An dieser Stelle setzt das exoneuronale Netz unterstützend ein. Der Befehl (das ruhige Halten der Hand) ist ihm bekannt und die Insuffizienz der Ausführung (das Erblicken des Wackelns als Information aus dem Auge) ebenso. Die nun im Gehirn auftretenden Ströme (vereinfacht gesagt: Der Wille, das Gesehene auszugleichen) sind die Konsequenz dieser Situation. Da sich im Gehirn hierbei genaue Muster und Zusammenhänge abzeichnen, kann das exoneuronale Netz diese ganz spezifisch erkennen und sich derart einklinken, dass genau dieser auftretenden Unzulänglichkeit entgegengesteuert wird. Dabei synchronisiert das System vereinfacht gesagt die Informationen des Auges mit den Befehlen/Gegenbefehlen an die Muskeln (in diesem Fall der Arme und Hände usw.) unter Einberechnung der beobachteten Fehlerhaftigkeit (Zittern). Dabei umgeht die Nervenkette die reaktionslahme, kognitive Ebene des Gehirns. Die Hand bleibt so ruhig, wie man es wirklich möchte.



Funktionales Diagram



Das enorme Potenzial des Menschen und der Technik Nun erscheint diese Technik in ihrer finalen Umsetzung im ersten Moment vielleicht etwas kompliziert und sogar einschüchternd durch ihre Art, in Hirnprozesse scheinbar einzugreifen. Nun sollte klargestellt sein, dass diesem System keine Funktion möglich ist, die nicht vom Gehirn gewollt ist. Der Mensch bleibt also immer Herr der Lage - das Netz reagiert nur und gleicht ungewollte Fakten dem eigentlichen “Wunsch” des Gehrins an. Es dichtet selbst niemals etwas hinzu. Ungemein interessant wird es jedoch, wenn man den Gedankengang weitertreibt und sich ausmalt, welches Potenzial in diesem System steckt. Einfache Ausgleichmechanismen sind nur der Anfang. Der Mensch wird schnell lernen, sich das System auf verschiedenste Weise und in vielen Bereichen nutzbar zu machen.  Jedoch sprechen wir hier nicht einfach von einer Weitereintwicklung der Technik. Vielmehr kann das exoneuronale Netz die Entwicklung des menschlichen Gehirns stark in in ganz neue Richtungen vorantreiben - und dies auf eine ganz natürliche Weise. Nicht durch Stimulation oder sonstige Eingriffe, sondern vielmehr dadurch, dass es unser Leben erleichtert und uns damit mehr Ressourcen für andere Dinge übrig bleiben. Und dies könnte einen großen Schritt in der Evolution des Menschen bedeuten.

Wenn die Motorik des Menschen optimiert werden kann, können viele Lernprozesse stark verkürzt werden. Zeit und Gehirnressourcen werden so für neue Entwicklungen und Forschungen aber auch für den neuen Umgang mit der eigenen Motorik nutzbar. Der Arbeitsalltag und die Freizeit können revolutioniert werden. Zunächst können alle Arten von Bewegungen, die der menschliche Apparat bzw. der individuelle Körper hergibt, präzise und ohne Abweichungen ausgeführt werden. Indes wird der Bedarf an Konzentration auf eine bestimmte Tätigkeit auf ein Minimum gesenkt. Gleichzeitig sind andere kognitive Areale leichter abrufbar, was wiederum Multitasking in situationen ermöglicht, die zuvor als stressig wahrgenommen wurden. Das System schützt sich jedoch auf ganz natürliche Weise selbst, sobald die Gedanken abzudriften drohen, denn dann wird auch die entsprechende Tätigkeit nicht mehr an das exoneuronale Netz befohlen. In einem späteren Stadium wird es - mit den entsprechenden technischen Hilfsmitteln - möglich sein, z. B. in kreativen Prozessen, alles darzustellen und umzusetzen, wozu die Fantasie in der Lage ist. Gedanken können so also direkt umgesetzt werden, sobald man erlernt hat, mit seinen Gedanken die eigene Motorik entsprechend zu steuern. Durch das Umgehen der kognitiven Ebene können dann auch die Sinne unvermittelter genutzt werden. Gehörtes oder Gesehenes beispielsweise kann im Hintergrund gespeichert werden oder sofort - z. B. wenn es Warnungscharakter hat - mit Verstärkung an das Gehirn weitergeleitet werden. Das Anlernen dieses Systems basiert auf einer Basisprogrammierung, die vom Nutzer individuell erweitert werden kann.  

Vor allem solche Berufsfelder werden hiervon profitieren, bei denen der Mensch schwer zu ersetzen ist und die einen hohen Anspruch an Erfahrung, Konzentration, schnellem Verstehen und Reagieren und anderen Expertisen haben, die man sich nur langwierig aneignen kann. Zu diesen Gruppen zählen beispielsweise Notärzte, Chirurgen, Polizisten/Sicherheitskräfte, Piloten, Fluglotsen, Feinmachaniker, viele handwerkliche oder kreative Berufe aber auch Berufe, die eher monotonen Tätigkeiten unterliegen. Im späteren Entwicklungsschritt können auch durch spezielleres Ansprechen der Muskeln körperliche Leistungen erhöht oder besser kordiniert werden. In umgekehrter Richtung können haptische Informationen verstärk und somit präziser an das Gehirn zurückgeleitet werden, was die Sensibilität erhöht, wodurch z .B. chirurgische Eingriffe noch sicherer werden. Bewegungsabläufe können dann auch einfacher abgerufen und ausgeführt werden. Es wird dann möglich sein, Fingerfertigkeiten und motorische Übung als Programme in das Netz einzuspeisen und sich nur auf deren Qualität und Richtigkeit zu konzentrieren. Dabei können in prekären Situationen schneller und sicherer die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Das System soll aber auch davor schützen, bei monotonen Tätigkeiten den Arbeiter ersetzbar zu machen und ihn nicht zum Roboter degradieren. Die Konzentration muss immer noch hoch gehalten werden, damit man von der menschlichen Erfahrung und Intelligenz profitieren kann. Darum können die Aktionen innerhalb einer Tätigkeitseinheit auch durch entsprechende Algorithmen so umgeschrieben werden, dass eine spezielle Art von Gamification stattfindet. Für den Arbeiter stellt sich die Tätigkeit wie ein positiv herausforderndes Spiel dar, während dennoch alle realen Faktoren wahrnehmbar sind und somit Unregelmäßigkeiten schnell erkannt und gegengesteuert werden können. Die Technik wird sich so schnell fortentwickeln, dass auch Aufgaben mit ihr erledigt werden können, die zuvor kaum ein oder kein Mensch leisten konnte. Der Laie kann beispielsweise auf Anhieb ein kompliziertes Klavierkonzert spielen. Hierbei geht zwar einiges an Individualität und Exklusivität verloren, jedoch war das bisher im Leben der Menschen auch schon immer in ähnlicher Form der Fall. Dafür eröffnen sich aber auch neue, ungeahnte Möglichkeiten, die es zu ergründen gilt und bei denen wieder neue Pioniere ins Rampenlicht rücken werden.



Holografische Konstruktion





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